Tag Archives: Apps

Prototyping: Phase 2 der Entwicklung

Construct2

Keiner ahnt, wie viele Ideen ein Studio antestet, bevor mit der Arbeit an einem Game begonnen wird. Es ist immer verlockend, eine Idee schnell in Code umzusetzen. Doch Vorsicht: Auch kleine Apps und Games sind oft komplexe Gebilde. Ideen sind trügerisch. Auf den ersten Blick erscheinen sie  genial. Später zeigt sich, dass irgendetwas nicht stimmt. Ein bewusster Prozess des Ideentestens und Ideenverwerfens ist daher ein guter Weg, um unnütze Entwurfs- und Programmierarbeit zu vermeiden. Das spart Zeit und Energie. Die Spieleentwicklung lässt sich grob in vier Phasen einteilen: Ideenfindung, Prototyping, Design & Programmierung sowie Vermarktung. Mit dem Prototyping werden Ideen frühzeitig auf ihr Potenzial getestet. Der Prototyp des Spiels dient dazu, die innere Mechanik eines Konzeptes auszuprobieren. Eine Idee muss sich in der Praxis beweisen.

Ziel des Prototypen ist es, den Kern des Spieles erlebbar zu machen.  Dabei werden drei Ebenen des Game Designs ausgeklammert: die Spielästhetik, die Story und die technologische Plattform. Nur die vierte Ebene – die Spielemechanik – steht beim Prototyping auf dem Prüfstand. Daher sollten zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Bilder oder Soundelemente produziert werden. Die drei erstgenannten Ebenen – Ästhetik, Story und Technologie – können im Prinzip auf jede Mechanik aufgesetzt werden. Sie sind bei der Spielentstehung der zweite oder dritte Schritt. Am Anfang der Entwicklung ist eine funktionierende und begeisternde Spielemechanik das wichtigste. Ohne eine solche ist es nicht sinnvoll, die späteren Phasen zu beginnen.

Optimal ist es, wenn der Prototyp für eine Idee schnell und einfach umgesetzt werden kann. Nach Erfüllung seines Zweckes wird der Prototyp zur Seite gelegt und nicht weiter entwickelt. Für diese Art des unverbindlichen Testens von Spielekonzepten stehen viele Werkzeuge zur Verfügung, die in einer Basisversion kostenfrei genutzt werden können. Beliebte Tools im 2D-Bereich sind die Baukastensysteme Game Maker von YoYo und Construct 2 von Scirra.  Unter den vielen Cross-Plattform-Lösungen für App-Entwickler bieten sich Stencyl oder die Lua-Scripting-Frameworks Corona und Gideros Mobile an. Mit allen diesen Werkzeugen können Apps und Spiele auch komplett entwickelt werden. Allerdings besteht dann auch immer die Abhängigkeit von diesen Plattformen und ihren jeweiligen Unternehmen. capribeach software nutzt Construct 2 ausschließlich für das schnelle Prototyping. Für die eigentliche Entwicklung kommen die systemnahen Plattform-SDKs zum Einsatz. Diese werden je nach Anwendungsfall mit freien Bibliotheken und offenen Frameworks ergänzt, beispielsweise Cocos2d für iOS und libgdx für Android.

Viel Sonne im Studio dank Lecturefox

Happy Coding

Es hat irgendwie auch etwas Trauriges, wenn ich heute die letzte Meldung mit Bezug zu Lecturefox schreibe. Dabei geht es um eine der besten Erfahrungen, die ich bisher mit einem „Nebenbei-Projekt“ gemacht habe. Vor vier Monaten habe ich die Domain verkauft. Auf der Seite Onlinecourses.com wird die Idee der Sammlung von frei zugänglichen Universitätsvorlesungen in einem professionellen Rahmen fortgeführt. Das Motto heißt „Top Online Courses and Classes on the Web“.

Für mich war es vor allem in der Zeit vor dem Abschluss der Übernahmevereinbarung sehr spannend und ich habe dabei eine Menge gelernt. Für die Abwicklung kam der Treuhandservice von Escrow ins Spiel. Der Domaintransfer verlief damit von Anfang bis Ende ohne jede Schwierigkeiten.

Lecturefox war kein schneller Erfolg, sondern über Jahre ein Hobbyprojekt. Die Domain existierte seit 2007. Im November 2012 kam das Angebot zur Übernahme aus heiterem Himmel. Es beweist, dass kleine Vorhaben im Internet nicht unsichtbar bleiben, wenn sie etwas eigenes zu bieten haben.

Surface-Tablets für Metro-Anwendungen

Surface-Tablet von Microsoft

Surface-Tablet von Microsoft

„Surface“ und „Surface Pro“ heißen die ersten Tablet-PCs von Microsoft. Im ersten Modell arbeitet ein Nvidia-Tegra-ARM-Chip. Als Betriebssystems kommt Windows RT zum Einsatz. Das „Surface“ bringt 676 Gramm auf die Waage und soll zeitgleich mit dem Marktstart von Windows 8 verkauft werden. Es könnte also im Herbst 2012 erhältlich sein. Etwa drei Monate später soll die Version mit Intel-Core-i5-Prozessor folgen. Der „Surface Pro“ läuft unter Windows 8 Pro, wiegt 903 Gramm und hat gleich einen Stift mit an Bord, der magnetisch am Gehäuse haftet. Beide Tablets bieten ein 10,6 Zoll Touch-Display und einen ausklappbaren Ständer. Eine spezielle drei Millimeter dünne Hülle ist zugleich Schutzkleid und Tastatur für die neuen Tablets. Der Videotrailer von Microsoft vermittelt einen ersten Eindruck des Tablet-Designs.

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Mehr Informationen liefert die 47 Minuten lange Präsentation zur Produktvorstellung, die zum Beispiel bei Engadget oder im Windows Newsroom zu sehen ist.

Wer Apps und Spiele für den zukünftigen Metro Store von Microsoft entwickelt, für den dürfte das Engagement von Microsoft sehr interessant sein. Ein spannender Herbst steht vor uns. Apple, Google und Amazon bieten mit ihren Vertriebsplattformen schon heute ein enormes Potenzial für Entwicklungsstudios. Mit Microsoft kommt ein Gigant hinzu, der das Spiel offener macht und vielleicht in der Zukunft auch mitprägen könnte. Windows 8 treibt künftig Desktop-Rechner, Tablets und Smartphones an. Mit dem Metro Store wird das App-Business vielfältiger. Für freie Entwickler sind mehr Möglichkeiten immer auch mehr Chancen. Zu welchem Zeitpunkt es sich lohnt, in die Metro-Entwicklung einzusteigen, muss jeder für sich entscheiden. Im Blick auf die Spieleentwicklung  rückt bei Windows 8 wieder C++/DirectX in den Vordergrund sowie Middleware, wie zum Beispiel auch Ogre3d. Wenn diese 3D-Grafikengine für die Metro-Entwicklung genutzt werden könnte, wäre das ein großer Sprung. Eine erste Portierung von Ogre 1.8.0 für WinRT/Metro existiert bereits und wird auf Cygon‘s Blog bereitgestellt.

Neues Design für Android.com

Die Android-Plattform von Google erscheint jetzt im Internet mit einem frischen Design. Das Layout von Android.com sieht richtig gut aus und spricht nicht nur Entwickler an. Die Animationen auf den Seiten sind modern mit HTML5 und Javascript programmiert. Sie kommen ganz ohne Flash aus. Unter der neuen Rubrik Get Apps präsentiert Google eine handverlesene Auswahl von Android-Anwendungen aus sechs Kategorien.  Nachdem mit der Betriebssystem-Version 4.0 – Ice Cream Sandwich – technisch ein großer Schritt nach vorn gemacht wurde, zieht jetzt das Erscheinungsbild nach und dokumentiert, dass Android salopp formuliert erwachsen wird. Das Aussehen ist ein wichtiger Faktor im Wettbewerb mit dem klassisch designorientierten iOS von Apple und mit Windows Phone 7 (Mango) von Microsoft, das mit seiner Metro-Oberfläche bei Design-Profis gut ankommt.