Category Archives: Game Design

Computer retten das Zeichnen

Computer geben der Zeichenkunst eine neue Chance. Warum? Die Produktion digitaler Medien ist ohne das Zeichnen nicht möglich. Vor allem junge Menschen eignen sich aus purem Interesse heraus Fähigkeiten an, die an den Hochschulen seit Jahrzehnten nicht mehr vermittelt werden.

Zeichnen bildet die Grundlage für digitale Malerei und Konzeptkunst in 2D und 3D. Spieledesigner entwerfen ihre Charaktere und Level Designs nach klassischem Muster ebenso wie Illustratoren in Werbung und Medien. Wer denkt, dass Programme wie Photoshop oder Illustrator die kreative Arbeit von alleine machen, liegt falsch. Visuelle Konzepte basieren auch im Computerzeitalter auf einer Zeichnung oder Skizze. Es spielt keine Rolle, ob dabei der Bleistift oder der digitale Stift in der Hand liegt. Wichtig ist allerdings, dass der Künstler etwas zu vermitteln hat, dass er etwas, das nicht nur ihn selber interessiert, aus seinem Kopf heraus zeichnerisch darstellen kann.

Computerspiele, Animationsfilme und Simulationen beeindrucken nur, wenn ihre Inhalte nicht chaotisch sind. Hier sind wieder Künstler gefragt, die mit ihrer Vorstellungskraft andere Menschen berühren können. Für Konzeptkünstler ist das Zeichnen eine wichtige Sprache, die sie brauchen, um ihrer Fantasie Ausdruck zu verleihen.

Ausbildung von Profi zu Profi

International existieren Gemeinschaften, in denen klassisches Zeichnen und klassische Malerei wieder einen hohen Stellenwert haben. Hier tauschen sich Profis mit Nachwuchskünstlern aus. Anfänger werden auf ihrem Weg zum kompetenten Zeichner teilweise von den ersten Schritten an begleitet und ermuntert.

Die wichtigsten Foren, in denen tiefgehendes Know-how zum Zeichnen und zur figurativen Malerei vermittelt werden, sind:

Im Bereich der 3D-Produktion spielt blenderartist.org eine hervorgehobene Rolle.

Jason Manley aus Austin (Texas) hat mit Conceptart.org bereits 2002 eine Anlaufstelle für professionelle Konzeptkünstler geschaffen. Seit Dezember 2009 ist an dieses Forum mit TAD (The Art Department) eine Schule für digitale und traditionelle Medien angedockt. Dort werden die verschiedensten Techniken vermittelt. Die virtuelle Akademie steht Interessenten aus der ganzen Welt offen.

CG Talk ist das Forum der CG Society aus Adelaide in Australien. CG steht für Computer Graphics. CG Talk ist ebenso wie CG Hub aus Los Angeles (Kalifornien) ein internationales Forum, in dem vorwiegend professionell orientierte Teilnehmer ihre Werke ausstellen, diskutieren und sehr viel voneinander und miteinander lernen. Regelmäßige Wettbewerbe werden auch in einer der ältesten Online-Communities ausgerichtet: deviantArt.org aus Hollywood (Los Angeles) ist schon seit 2000 aktiv und inzwischen eines der größten Foren. Entsprechend gemischt ist die Qualität der Beiträge.

Zeichnen und Software – von Photoshop, Illustrator, Gimp, Inkscape bis zu Blender, ZBrush, 3ds Max und Maya – sind keine Gegensätze. Die klassische Zeichnung mit Bleistift oder Kohle auf Papier oder mit dem digitalen Stift wird nicht aussterben – dank Computer und Internet.

Feine Arbeit vom Smashing Team

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Im Dezember 2009 habe ich ein Besprechungs-Exemplar vom Smashing Book erhalten. Es ist im Format 14 mal 20 Zentimeter kompakt und handlich. Inhalt und Gestaltung überzeugen vollkommen. Und das ist für mich keine Überraschung. Das Buch ist eine Gemeinschaftsproduktion, in dem Könner der Internet-Designerszene ihr Wissen weitergeben.

Vom Interface Design über die Kunst und Wissenschaft des CSS-Layouts bis hin zur erfolgreichen Markenbildung für Webprojekte reicht das Themenspektrum. Das gesamte Buch spiegelt auf seinen 311 Seiten die Liebe zum Design und die Freude an der Arbeit wider. Sehr interessant zu lesen sind auch die letzten 55 Buchseiten. Hier finden sich die Einschätzungen von 24 Webdesignern aus verschiedenen Ländern und im Anschluss daran der Blick auf die Geschichte des Smashing Magazine. Diese Erfolgsstory haben zwei Menschen geschrieben, die für mich zu den Königen des modernen Internets zählen: Sven Lennartz und Vitaly Friedman.

Aus der Beschreibung wird deutlich, wieviel Arbeit in dem Aufbau des Magazins steckt. Beide haben mit großer Energie und vor allem auch durch ihre redaktionelle Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit das Smashing Magazine zum Erfolg geführt. Ich weiß nicht, wie hoch die Abrufzahlen sind – sie sind gigantisch. Für jeden, der sich mit Webdesign beschäftigt, ist das englischsprachige Smashing Magazine heute die erste Adresse im Netz. Das Smashing Book ist von genauso hohem Nutzwert. Es ist fundiert, anregend und glänzend geschrieben. Alles weitere über Inhalt und Aufmachung des Buches (Preis 23,90 Euro): www.smashingbook.com

Prachtstück für Kreative und Buchfans

Wird mein Amazon-Wunschzettel jemals kleiner werden? Ich fürchte nein. Das liegt auch an so überraschenden Entdeckungen wie dieser Buchproduktion, die auf den ersten Blick gar nicht in das Bücherbusiness von heute zu passen scheint: Über zehn Jahre hat es von der Planung bis zur Produktion gebraucht.

„Pictorial Webster‘s: A Visual Dictonary of Curiosities“ ist das Mammutprojekt von John M. Carrera. Der Buchbinder, Drucker und Künstler aus Waltham, Massachusetts, startete das „Projekt Webster‘s“ im Jahr 1995, nachdem er auf der Farm seiner Großmutter unter dem Lieblingssessel seines Großvaters ein „International Dictionary“ von 1898 aufstöberte. Was dann folgte und zur Herstellung der neuen Webster-Ausgabe führte, das zeigt Carrera uns in einem wunderbaren Video. Hier wird im Detail dokumentiert, wie mit einer alten Linotype-Maschine gedruckt und anschließend von Hand gefalzt und gebunden wird. Klasse gemacht.

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Als  Bücherfan bin ich fasziniert von diesem Projekt und natürlich von dem Buch, das ein tolles Mittel ist, um die eigene Kreativität anzuregen. Außerdem kann man damit wunderbar so einfach nebenbei englische Vokabeln lernen oder wiederholen. Außer den verschiedenen handgemachten Edelausgaben mit beispielsweise Leder- oder Eichenholzrücken zu Preisen zwischen 2.600 und 4.600 US-Dollar, gibt es für mich zum Glück auch eine günstige Handelsedition über den Verlag Chronicle Press. Bei einem Umfang von 512 Seiten sind in dem historischen Bilderlexikon mehr als 1.500 Stiche aus dem 19. Jahrhundert enthalten. Das außergewöhnliche Buch wird über Amazon (Pictorial Webster’s) für 25 Euro angeboten.

Der Musik-Instinkt

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Daniel Levitins Bestseller „This Is Your Brain on Music“ erscheint in deutscher Übersetzung beim SAV (Spektrum Akademischer Verlag). Unter dem Titel „Der Musik-Instinkt – Die Wissenschaft einer menschlichen Leidenschaft“ soll das Buch am 9. April bei der Springer-Tochter herauskommen. Amazon kündigt die Auslieferung für Mai 2009 an. Der Preis liegt bei 26,95 Euro (428 Seiten). Die englischen Taschenbuchausgaben mit dem grafisch exzellenten Cover sind bereits für 9,80 Euro erhältlich.

Der Titel stand lange auf der Bestsellerliste der New York Times. Es ist eine mitreißende Analyse, die den Ursprüngen der Leidenschaft für Musik nachgeht. Levitin ist kognitiver Psychologe und Neurowissen- schaftler. Er schreibt spannend und liefert so ganz nebenbei auch eine wunderbare Einführung in die allgemeine Musiktheorie. Dieses Buch ist ein Lesegenuss erster Güte.

Malediven-Kick

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Dank Flickr liefert mir Ahmed Zahid fast täglich den Malediven-Kick. Seine wunderbaren Fotos erscheinen automatisch im Feedreader, der sonst fast nur technische Informationen ausspuckt. Ich kenne Ahmed Zahid nicht und doch erinnert er mich direkt und unmittelbar an die traumhaften Farben der Malediven, an das Wasser und die herzlichen Menschen. Danke Ahmed!

Ahmed Zahids Photos on Flickr

The Making of Bouncing Balls

Der TV-Spot Bouncing Balls von Sony ist klassisch gemacht. Erstaunlich ist, dass keine Computergrafik-Szenen zum Einsatz kommen, keine Photoshop-Zauberei oder Videoretusche. Es ist alles echt: 250.000 bunte Flummies wurden durch die Straßen von San Francisco katapultiert und klassisch fotografiert und von 23 Kameramännern gefilmt. Der Spot und ein 7-Minuten-Film über die Bouncy-Ball-Produktion finden sich bei Sony.