Lernen wie Feynmans Schwester

Richard Feynman war einer der interessantesten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Der Physiker war ein genialer Mensch. Nicht nur Computergeeks und Physikfans lassen sich von seiner Persönlichkeit inspirieren. Seine Bücher sind wunderbar unterhaltsam und seine Vorlesungen über Physik, insbesondere über Quantenmechanik, gehören sicher mit zum besten Lehrmaterial, das es überhaupt gibt. Feynman war auch für seine neun Jahre jüngere Schwester Joan ein Vorbild.

Ich liebe eine kleine Geschichte, die aus einer der älteren Biografien über Richard Feynman stammt. Zum 14. Geburtstag seiner Schwester schenkte der spätere Nobelpreisträger ihr ein dickes Lehrbuch mit dem Titel „Astronomy“. Feynman hatte damals schon mit dem Studium der Physik begonnen. Das Buch enthielt Stoff auf Universitätsniveau. Joan liebte die Sterne und den Himmel, doch sie konnte kaum etwas von dem Inhalt des Buches wirklich verstehen. Als sie Richard darauf hinwies und sagte, dass sie schon nach wenigen Seiten komplett den Faden verlieren würde, sagte er ihr, dies sei doch gar kein Problem. Er empfahl seiner Schwester, den Text einfach noch einmal von vorne zu lesen. Und wenn sie etwas nicht mehr verstehen könne, dann solle sie erneut von vorne beginnen. Das würde schon funktionieren.

Offenbar hat es wunderbar geklappt. Joan Feynman hat das Buch solange gelesen, bis sie es von Anfang bis zum Ende verstehen konnte. Sie wurde später sogar Astrophysikerin und erforschte neue Theorien über die Sonnenflecken und vieles mehr. Ich glaube, manchmal muss man auch das Lernen lernen. Wir können oft nicht alles auf Anhieb verstehen. Doch wenn wir etwas wirklich wissen wollen, dann lohnt es sich, dran zu bleiben.

Gib niemals zu schnell auf!

(Für Feynman-Fans: Auf Youtube gibt es eine BBC-Ausstrahlung aus dem Jahr 1993 in voller Länge von 1:35 Stunden zu sehen: Richard Feynman – No Ordinary Genius)

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