Das Internet ist eine gigantische Bibliothek. Und das gilt wörtlich. Ich liebe die guten Seiten im Netz und die wunderbaren Quellen zur Recherche und Weiterbildung. Für mich sind zum Beispiel drei frei verfügbare Onlineangebote von unschätzbarem Wert: der Digitale Grimm, das Wortschatz-Portal der Uni Leipzig und das DWDS.
Der Sprachschatz aus dem Wörterbuch der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gilt als die wichtigste und umfangreichste Sammlung deutscher Wörter. 35 Bände stark ist die ursprüngliche gedruckte Ausgabe. Sie enthält 350.000 Stichwörter. Das „DWB“ ist damit das Grundlagenwerk für alle Texter, Schriftsteller, Journalisten und Sprach- forscher. Es zeichnet die Bedeutung von Worten über die Zeit hinweg nach und erschließt den deutschen Wortschatz auf einmalige Art und Weise. Erarbeitet wurde dieses Riesenwerk in 122 Jahren von 1838 bis 1960. Die Gebrüder Grimm kamen selbst nur bis zum Wort Frucht. 120 weitere Sprachforscher übernahmen die Arbeit und stellten das Wörterbuch schließlich auch fertig. 1971 kam noch ein Quellen- verzeichnis hinzu. Die Erstbearbeitung wird von der Universität Trier in Zusammen- arbeit mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften als Digitaler Grimm vollständig im Internet zur Verfügung gestellt. Eine Alternative in gedruckter Form gibt es meines Wissens derzeit nicht als neue Ausgabe, da die letzte Taschen- buchversion aus dem dtv-Verlag leider längst vergriffen ist. Auf zwei CD-Roms ist die digitale Version noch bei Zweitausendeins zum Preis von 49 Euro erhältlich. Dazu wird ein Begleitbuch mit 110 Seiten geliefert.
Neben dem Grimm nutze ich auch das Wortschatz-Portal der Uni Leipzig und das DWDS – das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts. Beide sind weniger spektakulär als der Digitale Grimm.






















Feine Arbeit vom Smashing Team
Im Dezember 2009 habe ich ein Besprechungs-Exemplar vom Smashing Book erhalten. Es ist im Format 14 mal 20 Zentimeter kompakt und handlich. Inhalt und Gestaltung überzeugen vollkommen. Und das ist für mich keine Überraschung. Das Buch ist eine Gemeinschaftsproduktion, in dem Könner der Internet-Designerszene ihr Wissen weitergeben.
Vom Interface Design über die Kunst und Wissenschaft des CSS-Layouts bis hin zur erfolgreichen Markenbildung für Webprojekte reicht das Themenspektrum. Das gesamte Buch spiegelt auf seinen 311 Seiten die Liebe zum Design und die Freude an der Arbeit wider. Sehr interessant zu lesen sind auch die letzten 55 Buchseiten. Hier finden sich die Einschätzungen von 24 Webdesignern aus verschiedenen Ländern und im Anschluss daran der Blick auf die Geschichte des Smashing Magazine. Diese Erfolgsstory haben zwei Menschen geschrieben, die für mich zu den Königen des modernen Internets zählen: Sven Lennartz und Vitaly Friedman.
Aus der Beschreibung wird deutlich, wieviel Arbeit in dem Aufbau des Magazins steckt. Beide haben mit großer Energie und vor allem auch durch ihre redaktionelle Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit das Smashing Magazine zum Erfolg geführt. Ich weiß nicht, wie hoch die Abrufzahlen sind – sie sind gigantisch. Für jeden, der sich mit Webdesign beschäftigt, ist das englischsprachige Smashing Magazine heute die erste Adresse im Netz. Das Smashing Book ist von genauso hohem Nutzwert. Es ist fundiert, anregend und glänzend geschrieben. Alles weitere über Inhalt und Aufmachung des Buches (Preis 23,90 Euro): www.smashingbook.com